Schichtwechsel
Über die Zukunft auf wankendem Grund
Am 17. Oktober 2026 lädt das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation zum Markt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen – Lizenz Nr. 15 ins neue theater Halle (Saale) ein. Rund 300 Meter entfernt verläuft die „Hallesche Störung”, auch Marktplatzverwerfung genannt. An dieser Bruchlinie treffen unterschiedliche Gesteinsschichten aufeinander. Hier stieg einst Salz an die Oberfläche und legte den Grundstein für den Reichtum der Stadt.
Auch die Geschichte von Halle (Saale) ist von Brüchen geprägt. Landschaften, Industrien, politische Systeme und Lebensweisen haben sich im Laufe der Zeit übereinandergelegt wie geologische Schichten. Salzgewinnung und Braunkohleabbau formten die Region, Chemieindustrie und Logistik prägten Biografien. Die Umbrüche nach 1989 veränderten Arbeit, Nachbarschaften und Lebenswege. Jede Veränderung hinterließ Spuren – manche sichtbar, andere verborgen.
Unter dem Titel „Schichtwechsel – Über die Zukunft auf wankendem Grund“ fragt der Markt danach, worauf wir unsere Zukunft bauen. Welche Erfahrungen geben uns Halt? Welche Brüche und Konflikte liegen unter der Oberfläche? Und welche Schichtwechsel kündigen sich bereits an?
Expertinnen und Experten aus Alltag, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft teilen an diesem Abend ihre Perspektiven. In mehr als 150 Einzelgesprächen begegnen sich Menschen, die man sonst selten an einem Ort antrifft: Eine Testamentsvollstreckerin erzählt von Erbschaftsstreitigkeiten, eine Stadtplanerin berichtet über Baustellenlogistik, ein Krankenpfleger beschreibt, wie Schichtarbeit das Leben seiner Familie prägt, und ein Literaturwissenschaftler spricht über die Gefahren von Nostalgie.
Dabei geht es nicht nur darum, Wissen weiterzugeben. Der Markt lebt von der Neugier auf das, was wir noch nicht wissen: Von Erfahrungen, die sich nicht in Statistiken finden und von Fragen, auf die es noch keine Antworten gibt. Die Gäste sind eingeladen, nachzufragen, zu widersprechen, eigene Geschichten zu teilen oder einfach zuzuhören. So entsteht ein vielstimmiger Raum, in dem Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukünfte miteinander in Austausch treten.
Der Markt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen ist ein außergewöhnliches Gesprächsformat der Mobilen Akademie Berlin. Seit 2004 fand er in 13 Ländern bereits 35-mal statt – zuletzt in Mülheim (Ruhr), Frankfurt (Main), Mailand und nun in Halle (Saale). Für einen Abend verwandelt sich das neue theater in einen Ort des Austauschs – wird Marktplatz, Börse und Beratungsstelle zugleich.
Die Expertinnen und Experten führen halbstündige Einzelgespräche, die für einen Euro gebucht werden können. Die Anzahl der Gespräche ist begrenzt. Zuhören ist jederzeit möglich: Das Marktradio überträgt ausgewählte Gespräche live in die Arena.
Das Zukunftszentrum präsentiert: Markt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen | Lizenz Nr. 15
Datum: Samstag, 17. Oktober 2026
Uhrzeit: 18:30–22:30 Uhr | Einlass ab 17:30 Uhr
Ort: neues theater, Große Ulrichstraße 51, 06108 Halle (Saale)
Der Eintritt ist frei und während des gesamten Abends möglich, solange Plätze verfügbar sind. Wer sicher dabei sein möchte, bucht vorab ein kostenloses Ticket beim neuen theater.
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Impressum
Lizenznehmer: Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation gGmbH
Lizenzgeber: Mobile Akademie Berlin
Idee: Hannah Hurtzig
Projektteam: Kim Brian Dudek (Kuration), Johanna Krümpelbeck (Co-Kuration & Produktion), Aron Eichstädt (Projektassistenz & Kommunikation)
Zukunftszentrum: Dr. Uta Bretschneider (Direktorin), Holger Lemme (kaufmännischer Geschäftsführer), Andrea Wieloch (Leitung Ausstellung, Dialog und Kultur), Cornelia Reichel (Referentin Teilhabe und Vermittlung), Kevin Breß (Referent Kuration), Maja Engesser (Praktikantin)
Theater, Oper und Orchester GmbH Halle / neues theater: Klaus Dörr (Geschäftsführer), Mille Maria Dalsgaard (Künstlerische Leitung neues theater & Thalia Theater), Anika Bárdos (Leitende Dramaturgin), Maria Eckert (Referentin der Künstlerischen Leitung neues theater & Thalia Theater), Imke Hlady (Leitung KBB/ Disposition Schauspiel), Uwe Riediger (Technischer Leiter neues theater), Ulrich Babst (Leitung Beleuchtung), René Bernsdorf (Leitung Ton), Stefan Range (Leitung Requisite Schauspiel), Christina Schuch (Leitung Maske Schauspiel), Claudia Hoppe (Leitung Ankleiderei Schauspiel), Carolin Gilch (Leitung Marketing & Kommunikation), Diana Westphal (Leitung Vorderhauspersonal), Theresa Schafhauser Jorente (Inspizienz)