Schulausflug mal anders: Besuch des Berliner Tiergarten-gymnasiums
Die gebürtige Hallenserin Anke Barlen, Lehrerin am Gymnasium Tiergarten in Berlin, reiste gemeinsam mit ihrem Kollegen Tobias Schwabe und zwei Geographie-Leistungskursen im ICE nach Halle (Saale). Ziel war ein Austausch über die Planung des Zukunftszentrums.
In der großen Halle im Hauptbahnhof wurde die Gruppe von Toni-Christian Mohs, Leiter Bau und Liegenschaften des Zukunftszentrums, empfangen und zur Treppe am Busbahnhof geführt. Auch wenn der Ausblick auf die geplante Baustelle im Nieselregen nicht direkt zum Verweilen einlud, stellten die Jugendlichen zahlreiche Fragen, die Mohs ausführlich beantwortete. Auch die Hochstraßen über den Riebeckplatz wurden lebhaft diskutiert, als sich die Gruppe in Richtung des Dorint Hotels bewegte.
Input von den Fachexperten
Im Trocknen folgte der theoretische Teil. Zunächst wurde der Standortwettbewerb für das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation vorgestellt, den Halle (Saale) im Jahr 2023 mit einem überzeugenden Konzept, einer gut geeigneten Baufläche und dank des starken Engagements der lokalen Gesellschaft für sich entscheiden konnte.
Anschließend präsentierte Toni-Christian Mohs die baulichen und städteplanerischen Aspekte des Projekts und bezog die Schülerinnen und Schüler aktiv in die Herausforderungen des Architekturwettbewerbs ein. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie neben einer klassischen Fachjury auch die Öffentlichkeit in die Entscheidungsfindung einbezogen werden kann – bei einem öffentlichen Projekt in dieser Größenordnung ein bislang einmaliges Vorhaben. Gemeinsam wurde überlegt, wie dabei Geheimhaltung und Unvoreingenommenheit gewährleistet werden könnten.
Die Auflösung: Die ersten 90 angemeldeten Personen wurden eingeladen und mussten ihre Smartphones in RFID-abweisenden Schiebeverschlussbeuteln aufbewahren – und natürlich gab es auch eine Verschwiegenheitserklärung zum Unterschreiben.
Thomas Braunschweig, Leiter des Teams Stadterneuerung in Halle (Saale), schilderte die bewegte Geschichte des Riebeckplatzes und ordnete die geplanten Anpassungen der Verkehrsführung ein. Zudem zeigte er auf, wie sich das Gebäude des Zukunftszentrums gemeinsam mit dem angedachten Hotel am Hauptbahnhof sowie den umliegenden baulichen Veränderungen harmonisch in das neu gestaltete Areal einfügen wird.
Klausurthema selbst gewählt
Die Schülerinnen und Schüler durften selbst bestimmen, wohin der Praxisbesuch zur Vorbereitung auf ihre Klausur führen sollte. So stand auch eine Besichtigung der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg zur Wahl. Zwei zukunftsgewandte Projekte mit erheblichen Auswirkungen auf ihre jeweilige direkte Umgebung. Doch die Produktionsstätte von Elon Musks Elektroautos im Wald bei Grünheide versprach aus bau- und städteplanerischer Sicht weniger Diskussionsstoff. Daher fiel die Wahl auf das Zukunftszentrum im Herzen von Halle (Saale).
Eine Entscheidung, die sich offenbar ausgezahlt hat: Die Klausur in ihrem Kurs haben alle Schülerinnen und Schüler erfolgreich bestanden. Innerhalb von 135 Minuten analysierten sie unter anderem das geplante Zukunftszentrum im Kontext raumordnerischer Leitbilder und arbeiteten Chancen sowie Herausforderungen für die Stadt Halle (Saale) heraus.
Wir hoffen, dass alle unsere Gäste die Abiturprüfungen erfolgreich bestanden haben und wünschen einen schönen Sommer!